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Die spinnen, die Finnen – oder etwa nicht?

Die fünf kuriosesten Sportarten

Von einigen Sportarten denkt man: ganz nett. Von anderen: das ist der absolute Schwachsinn. Aber die hier toppen alles.

Als erstes einmal die WM im Kastanienschlagen. Sie findet jedes Jahr am 13. Oktober in Northampshire in England statt. Bei dem 200 Jahre alten Sport geht es nicht etwa darum, die Kastanien am weitesten zu werfen, nein, der Spieler mit den härtesten Kastanien gewinnt. Die Spieler schlagen ihre Früchte aneinander und das, bis eine bricht. Es gibt viele Methoden, die die Kastanien härter machen, aber kaum eine ist so wirkungsvoll – und originell – wie die des zweimaligen Olympiasiegers Charlie Bray. Seine Worte: „Lass‘ die Kastanie durch ein Schwein rutschen. Die Magensäfte machen die Frucht wunderbar hart.“ Man muss hinterher nur noch im Dreck wühlen.

Auch ganz amüsant ist der jährliche Gummihuhn-Weitwurf für Frauen. Er findet jedes Jahr in Iowa in den USA statt wo es die schrägste Olympiade der Welt gibt. Das Hühnchen galt im Wilden Westen wahrscheinlich als „gefährliche“ Waffe, wenn der Gatte vor dem Abendessen noch einen Abstecher in den örtlichen Salon gemacht hatte und mal wieder torkelnd heimkehrte. Mit Schmackes abgefeuert tut so ein Huhn ganz schön weh. Vorletztes Jahr warf Becky Knowler am weitesten. Sie schleuderte ihren Gummi-Gockel 21,5 Meter weit. Vor ihr sollten sich die Männer in Acht nehmen.

Nicht schlecht ist auch die ostfriesische Papierbootregatta. Da ist handwerkliches Geschick gefragt, denn der Teilnehmer muss den fahrbaren Untersatz selbst herstellen. Ob der schwimmen kann, stellt sich meistens aber erst hinterher heraus. Im Hafen von Spiekeroog können die Möchtegern-Kapitäne beweisen, ob sie als Schiffbauer taugen. Wenn nicht, sind sie auf die Schwimmweste angewiesen.

Ein weiteres Ereignis ist die Bobby-Car-Meisterschaft in Michelbach in Hessen. Mit dem Bobby-Car haben nicht nur Bundespräsidenten den einen oder anderen Crash gebaut. Am 24. August geht es mit bis zu 90 km/h die badische Kreisstraße hinunter. Die Teilnahme ist ab 3 Jahren. Das Ziel: die Ortsmitte.

Doch der Knüller ist immer noch die Weltmeisterschaft im Frauentragen. Dabei gehen immer eine Frau und ein Mann an den Start und das Paar darf sich nur fortbewegen, wenn die Frau vom Mann getragen wird. Sie kann sich entspannen, er muss als Packesel dienen. Die Wettläufe durch den 253,5 Meter langen Pacours wurde von einer örtlichen Legende des Dorfes Sonkajärvi inspiriert, in der der Räuber Herkko Rosvo-Rinkainen Ende des 19. Jahrhunderts in den umliegenden Dörfern Frauen entführte. Dieser Brautraub war damals so üblich, je mehr Frauen desto besser. Da sieht man mal wieder, Sport ist Mord und man hält sich besser davon fern.

 

Alicia Hellerstedt, 2015

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