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Für immer? Part 1

Letztes Jahr in der Vorweihnachtszeit.
Es war Montagnachmittag und ich war jetzt schon erschöpft. Gleich kam Becca zu mir, um gemeinsam für die Mathe- und Bioklausur diese Woche zu lernen. Ich lag auf meinem Bett, die Mappen schon um mich herum drapiert, und wartete darauf, dass es klingelte.

Zehn Minuten zu spät kam sie an. Als sie durch die Tür trat, bemerkte ich, dass sie ziemliche Augenringe hatte. Aber ich vermutete, dass auch sie die ganze Nacht durch gelernt hatte. Meine Vermutung bestätigte sich, als sie lautstark gähnte und auf mein Bett kippte. Wir umarmten uns kurz und fingen dann an die Biofachbegriffe zu pauken.

Als wir nach 2 Stunden alle Begriffe definieren konnten und sie uns bereits aus den Ohren quollen, legten wir eine Pause ein und gingen hinunter ins Wohnzimmer. Meine Mutter hatte bereits heiße Schokolade und Kekse hingestellt. Auch von ihrem selbstgemachten Apfelkuchen hatte sie uns zwei Stücke hingestellt, doch zu meinem Erstaunen wollte Becca nichts. Ich wunderte mich, weil sie normalerweise Mum’s Gebackenes nicht ablehnen konnte.

Die Zeit verging und ich hatte das Gefühl, dass Becca sich immer mehr veränderte.
An einem grauen regnerischen Freitagnachmittag wollte ich gerade auf mein Fahrrad steigen, um Heim zu fahren, als ich sah, wie Becca zu einem der Älteren hinging und mit ihm tuschelte. Der Junge blickte mich an und kurz darauf wendete auch sie sich mir zu. Als sie sah, dass ich sie anstarrte, wendete sie mir schnell wieder den Rücken zu und tauschte etwas mit dem Jungen. Dann eilte sie weg. Ich erschrak. Doch dann packte mich eine undefinierbare Wut. Ich steckte meine Kopfhörer rein, schaltete ‚What About Us“ an und raste los. Die Häuser an der Hauptstraße strichen an mir vorbei. Und immer tiefer versank ich in meinen Gedanken…
Wie konnte sie nur? Ich trat kräftiger in die Pedale. Um mein Herz lag ein Knoten, der sich immer mehr zuzuziehen schien. Ich atmete schwer, als ich mich gegen den Wind kämpfte, der, passend zu meiner Stimmung, durch einen Regen verursacht wurde. Plötzlich verlor ich die Kontrolle über mein Fahrrad und auch über meine Tränen. Fast blind vom Tränenfluss fuhr ich einfach über Straßen und hoffte, dass nichts passieren würde. Passanten schrien mich an, als ich sie fast umfuhr aber mir war dies egal. Nur ein lautes Quietschen ließ mich aufhorchen. Ich schaute nach rechts, und sah gerade noch, wie ein schwarzer Audi auf mich zukam. Er bremste stark, konnte es aber nicht vermeiden, mich ein bisschen anzustoßen, sodass ich fiel. Ich konnte mich mit beiden Händen abfangen, allerdings knallte mein Kopf trotzdem auf den Boden. Und das Letzte, was ich noch mitbekam, war, wie sich ein braunhaariger Typ mit besorgter Miene über mich beugte. Dann wurde alles schwarz…

Geschrieben von meiner Freundin und mir

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