Leben

Gesellschaftstanz im Biotop Tanzschule

Gesellschaftstanz: Eine lästige Pflicht der Eltern. Ein reines Grauen. Die neue Lieblingsbeschäftigung. Einschläfernd. Für alte Leute. Spießig. Kompliziert. Frustrierend. Befreiend. Schwungvoll. Begeisternd. Beglückend.

Ein polarisierendes Thema. Doch wie ist es wirklich, einige Tanzstunden zu erleben und durch den Saal zu schweben?

Die ersten Stunden sind oft erst mal ungewohnt. Viele unbekannte Namen und Gesichter von denen man sich garantiert keinen merkt, eine komische Haltung und Nähe und komplizierte Schritte, die die gesamte Aufmerksamkeit beanspruchen. Darüber hinaus soll man dann auch noch Smalltalk führen obwohl einem partout kein Thema einfallen will und man sowieso schon die ganze Zeit aus dem Takt tanzt und durch den Raum stolpert. Wäre da dann nicht auch noch die beständige Angst, dem Gegenüber auf die Füße zu treten oder noch schlimmer seine eigenen Füße verletzt zu bekommen. Das einzige, was einem halbwegs vertraut vorkommt, ist die Musik und der Freundeskreis.

Doch es gibt auch Leute, die keinen überreden konnten, mitzukommen, und somit alleine da sind. Für diese ist es oft am ungewohntesten. Jedoch sind sie auch die, die am meisten aus dem Unterricht mitnehmen und am ehesten die sein können, die sie sein wollen. Sie werden nicht durch die Meinungen und Ansichten anderer zurückgehalten und unterliegen keinem Gruppenzwang sich auch ja die super unbequemen glitzer High Heels mit dem zwanzig Zentimeter hohen Absatz zu kaufen, damit sie auf dem Abschlussball einheitlich über die Tanzfläche rutschen, da diese Schuhe einfach nicht zum Tanzen geeignet sind.

Und dann sind da noch die Tanzlehrer…

… immer in Hochstimmung mit bester Laune, einem Lächeln im Gesicht und einem schier endlosen Wissen an fremdartigen Tanzbewegungen. Manche treiben es sogar so weit, dass sie sich auch noch die Namen der Schüler schon in der ersten Stunde merken und jeden, der eine Frage hat, schon direkt ansprechen können – echt frustrierend…

 

Mit der Zeit kommt immer mehr Routine in den Kurs und einem fallen auch komplexere Schrittfolgen leichter. Man gewinnt Sicherheit und sogar der Smalltalk klappt inzwischen. Man hat mehr Spaß beim Tanzen – natürlich nur, wenn man sich darauf einlässt und es nicht als lästige Pflicht der Eltern wahrnimmt – und fiebert die ganze Woche diesem Ereignis entgegen. Doch jetzt zeigt sich langsam ein weiteres Problem: Die Suche nach einem Tanzpartner für den Ball. Gefühlt hat jeder, der auch nur halbwegs tanzen kann und den man sich traut, zu fragen, schon einen Tanzpartner oder geht an einem anderen Tag zum Ball. Meistens entwickelt dann auch noch derjenige, mit dem man am wenigsten Lust hat, auf den Ball zu gehen, ein plötzliches Interesse an einem und folgt einem überall hin, bloß um dich über deinen imaginären Tanzpartner, den du dir als Ausrede ausgedacht hast, auszufragen.

Doch keine Sorge: solange du nicht nachgibst, wird sich noch ein anderes Mädchen ohne Tanzpartner – davon gibt es genug – finden, die ihn hocherfreut zum Ball begleitet. Du selber bist natürlich dann immer noch ohne Tanzpartner, aber auch dafür gibt es eine Lösung!

Da die Tanzschulen meistens ein bisschen Erfahrung haben, wissen sie, dass oft zu viele Mädchen sich anmelden und meist ein paar ohne Tanzpartner zum Ball gehen müssten. Deshalb gibt es Gastherren. Diese helfen nicht nur im Unterricht aus, sondern sind auch beim Ball anwesend und können auch noch am Tag des Balls in der Tanzpartnerbörse als Begleitung angefordert werden.

 

Somit: guten Rutsch auf dem Ball, da diese Schuhe immer noch nicht zum Tanzen geeignet sind, und möge deine erste Fallfigur nicht auf dem Boden enden! Weiterhin nicht die Freude am Tanzen verlieren und einfach mal was Neues ausprobieren – auch wenn das heißt als Jugendlicher der Stufe 2 in einen Rumba-Kurs für Stufe der Erwachsenen herein zu schnuppern, obwohl man eigentlich fast nur den Grundschritt beherrscht!

 

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